Angenommen, sie haben sich vor acht Jahren endlich ihren Traum erfüllt, indem Sie ein Haus für sich und Ihre Familie gebaut haben. Weiter angenommen, sie haben damals nicht die komplette Summe für Haus und Grundstück parat gehabt. Was übrigens keine Schande ist, geht es doch den meisten Häuslebauern so. Und schließlich noch die Annahme, sie haben damals ein Darlehen mit einem festen Zinssatz für zehn Jahre aufgenommen. Und die Zinsen betrugen damals „günstige“ 8 Prozent.

Dann sind es nach obigen Beispiel noch zwei Jahre, bis die Zinsbindung ausläuft. Und langsam Zeit, sich um eine Anschlussfinanzierung zu kümmern, da die ersten zehn Jahre bei den meisten Menschen nicht reichten, um das anfänglich gewährte Darlehen restlos zurückzubezahlen.

Ärgerlich nur, wenn die aktuellen Zinsen wesentlich niedriger sind als die alten. Denn ob die in zwei Jahren – wie in unserem fiktiven Beispiel – noch genau niedrig sein werden, ist völlig ungewiss. Da wäre es doch toll, wenn man sich schon jetzt die niedrigen Zinsen für später reservieren könnte.

Und genau hier kommt das Forward-Darlehen ins Spiel. Dieser auch Vorrats-Darlehen genannte Kredit ist noch relativ jung im Kreditgewerbe, wurde es doch erst vor rund 15 Jahren erfunden. Im Grunde handelt es sich zuerst einmal um ein ganz normales Darlehen, welches in gleichbleibenden Raten zurückbezahlt wird. Allerdings mit einem winzigen Unterschied: im Gegensatz zu den üblichen bekannten Darlehen, die direkt nach der Gewährung zur Auszahlung an den Kreditnehmer kommen, wird ein Forward-Darlehen nicht sofort ausbezahlt, sondern erst nach einer bestimmten Zeit, die maximal fünf Jahre nach Abschluss des Darlehens dauern kann.

Man sichert sich also mit einem Forward-Darlehen einen momentan Zinssatz über einen längeren Zeitraum. Allerdings muss man dafür einen kleinen Zinsaufschlag in Kauf nehmen, der dem Kreditgeber die eventuellen Zinssteigerungen in der Zukunft etwas abfedert. Schließlich will auch er etwa an diesem Geschäft verdienen. Es gilt hier die Faustregel, dass mit steigender Zeit bis zur Auszahlung auch die Zinsaufschläge steigen, oder anders herum: je kürzer die Vorlaufzeit, desto geringer die Aufschläge.

Als Hausbesitzer sollte man also nicht zwangsläufig auf das nächstbeste Angebot der Hausbank eingehen, die in der Regel das erste Darlehen gewährt hat. Umsichtige Hausbesitzer können sich auf dem Markt schlau machen und vielfach günstigere Angebote finden.

Bei den Forward-Darlehen unterscheidet man übrigens zwischen den „echten“ und „unechten“. Während bei den echten Forwarddarlehen die Zinsbindungsfrist mit dem Tag der Auszahlung zulaufen beginnt, startet sie bei den unechten mit dem Abschluß des Vertrages.

Beiden Typen ist gemein, dass es in der Regel sehr schwierig ist, die Zinsbildung über einen längeren Zeitraum vorauszusagen.